Ausmisten und verkaufen, aber wo? – Ein Vergleich der Plattformen

– Zuletzt am 26. Juli 2021 aktualisiert –

Einer der Gründe, weswegen ich diesen Blog eröffnet hatte, war, dass ich euch ein bisschen meine Erfahrung mitteilen möchte, wie man ausgemistete Kleidung und andere Dinge los wird. Ich bin ein notorischer Shopaholic und shoppe immer nach dem Motto „Mehr ist mehr„. Da sich Geschmack im Laufe der Zeit ändert und – in meinem Fall – leider auch die Kleidungsgröße, muss ich regelmäßig ausmisten, um Platz für den neusten Einkauf zu schaffen.

Da stellt sich natürlich die Frage: Was tun mit dem alten Kram? Vor allem fällt bei mir Kleidung an, die ich nicht mehr tragen möchte oder kann, aber eben auch mal Technikkram und Dekoartikel, die ich nicht mehr sehen möchte.

In diesem Post möchte ich euch nun die (Online-)Plattformen zeigen, die ich nutze und was ich für Erfahrungen im Laufe der letzten Jahre gesammelt habe.

Vinted (ehem. Kleiderkreisel)

Das wahrscheinlich prominenteste Beispiel der Online-Secondhand-Plattformen ist Vinted (www.vinted.de), ehemals als Kleiderkreisel bekannt. Als deutschsprachiger Ableger eines litauischen Unternehmens (englischer Ableger ist Vinted.com) bietet die Plattform die Möglichkeit an, Kleidung, Make-Up, Schmuck und Haushaltsgegenstände wie Deko-Objekte anzubieten. Da die ehemaligen Plattformen Kleiderkreisel und Mamikreisel zusammengelegt wurden, finden sich auf Vinted gleichermaßen Damen-, Herren-, Kinder- und Babykleidung, sowie Ausstattung und Spielzeug. Dabei kann die Ware verkauft werden oder gegen andere Ware getauscht. Die Seite ist – finde ich – sehr gut gemacht und auch für „Anfänger“ übersichtlich, wobei Kataloge einiger Nutzer durch die große Vielfalt an Artikeln auch chaotisch wirken können.

Da ich bereits seit ca. 10 Jahren auf Kleiderkreisel/Vinted bin, kann ich aus Erfahrung sagen, dass die Plattform sich stark verändert hat. Die Anzahl der Nutzer ist immens gestiegen und mit ihr auch die Möglichkeiten, Sachen zu verkaufen. Als Nebenerscheinung ist es allerdings, dass der Support seitens Kleiderkreisel in vielen Fällen nicht mehr hinterherkommt und ad-hoc Entscheidungen zu Ungunsten von ehrlichen (Ver-)Käufern trifft. Gerade als Käufer sollte man vorsichtig sein und auf diverse Punkte achten, die ich vielleicht mal in einem weiteren Blog-Post erläutern werde.

Auf Kleiderkreisel kann man auch Artikel, die nicht im „Katalog“ erlaubt sind, wie Technik, im Forum loswerden, allerdings ist es meiner Meinung nach nicht der beste Kanal dafür, da es nunmal eine sehr Kleidungs-orientierten Plattform ist.

Trotz allem empfehle ich die Plattform, gerade auch für Einsteiger, da sie übersichtlich und kostenlos ist. Wie immer im Internet, sollte man aber auch hier eine gewisse Portion Skepsis immer mitbringen.

Mädchenflohmarkt

Als zweite Option gibt es die Seite Mädchenflohmarkt (www.maedchenflohmarkt.de). Bei Mädchenflohmarkt kann man ähnlich wie bei Kleiderkreisel Kleidung und Schmuck verkaufen (wie der Name schon sagt, für Damen), indem man die Artikel selber einstellt (10% Provision) oder einstellen lässt (40% Provision).

Zwar nimmt Mädchenflohmarkt eine Provision, jedoch wird der Verkaufsprozess im Vergleich zu den meisten Transaktionen auf Vinted o.ä. wesentlich vereinfacht. Der Käufer zahlt das Geld an Mädchenflohmarkt und der Verkäufer bekommt direkt ein Versandlabel (versichertes DPD-Paket). Alternativ kann man als Verkäufer auch pro Artikel einen individuellen Versand angeben. Nach Erhalt der Ware bekommt man das Geld dann von Mädchenflohmarkt ausbezahlt. Dieser Vorgang erspart einem die Nachrichten-Konversationen zwischen Käufer und Verkäufer, hat aber natürlich einen weniger persönlichen Touch, sondern wirkt eher wie ein Online-Shop.

Aus diesem Grund kann ich die Plattform empfehlen, da sie einem als Verkäufer das Leben etwas leichter macht.

Kleiderkorb

Kleiderkorb (www.kleiderkorb.de) ist eine sehr ähnliche Plattform wie Kleiderkreisel (heute Vinted) und wurde eine Zeit lang als eine echte Alternative gehandelt, da Kleiderkreisel zwischenzeitlich auf alle Transaktionen Provision genommen hatte. Allerdings muss ich sagen, dass ich inzwischen nicht mehr auf Kleiderkorb aktiv bin, da die Seite meiner Meinung nach doch noch etwas hinterher ist, sowohl was die Gestaltung der Seite angeht als auch die Nutzergemeinde. Ich habe – glaube ich – damals keinen einzigen Artikel über die Plattform verkauft und finde auch nicht sehr viel Auswahl zum kaufen. Daher kann ich nicht direkt eine Empfehlung geben – aber Ausprobieren schadet ja nicht.

eBay

eBay (www.ebay.de) ist vermutlich jedem bekannt und natürlich kann man da auch alles verkaufen, unter anderem eben Kleidung. Ich habe diese Plattform noch nie genutzt, um Kleidung zu kaufen (außer Neuware von Händlern) oder zu verkaufen, daher kann ich euch hierzu keine Erfahrung mitteilen. Es wurde jedoch mal im Kleiderkreisel-Forum erwähnt, dass man über eBay Sachen schnell los wird – überprüft habe ich das bis heute nicht.

eBay Kleinanzeigen

Eine weitere Plattform aus der eBay Familie ist eBay Kleinanzeigen (www.ebay-kleinanzeigen.de). eBay Kleinanzeigen ist das, was man eben als Kleinanzeigen aus der Zeitung kennt: Der Verkäufer schaltet eine Anzeige und potentielle Interessenten können den Verkäufer direkt kontaktieren, wahlweise kann auch eine Handynummer mit angezeigt werden. Wie üblich bei Kleinanzeigen tendieren Leute eher dazu, nach Artikeln in der Umgebung zu suchen, damit statt dem teuren Versand eine Übergabe nach Absprache stattfinden kann.

Ich nutze die eBay Kleinanzeigen schon etwas länger, aber erst seit kürzerer Zeit auch für Kleidung, da ich es einfach mal testen wollte. Zwar kommen ab und zu Anfragen rein, aber ich habe das Gefühl, dass auf der Plattform mehr Trolle als ernsthafte Käufer unterwegs sind, die teilweise auch wirklich unfreundlich sind/werden. Da man auf der Plattform weder registriert sein muss noch irgendetwas anzugeben außer einem Namen und einer E-Mail-Adresse, kann man weder Anfragen noch die Angebote wirklich ernst nehmen. Zu oft kamen schon Anfragen und dann nach der Kaufzusage nichts mehr. Oder sehr unverschämte Anfragen wie „ok , kaufe fur 2€. wo abhohlen?“ für einen 20€ Artikel (nein, das war nicht übertrieben, sondern die Anfragen sehen sehr oft so aus). Neuerdings wurde eine „Sichere Transaktion“-Funktion eingeführt ähnlich dem Treuhand-System bei Mädchenflohmarkt, aber wirklich nutzen wollte es bisher keiner, so mein Eindruck…

Aus den genannten Gründen würde ich euch die Plattform nur empfehlen, wenn ihr genug Geduld und Nerven mitbringt, auch mal unverschämte Anfragen zu ignorieren. Kaufen würde ich auf der Plattform wirklich nur ausschließlich mit Selbstabholung. Aber dazu mehr im späteren Blog-Post.

Shpock

Shpock (www.shpock.com) ist eine Kleinanzeigen-Plattform, die vor allem als mobile App ausgelegt ist (früher war es nicht einmal möglich, über die Website Artikel einzustellen). Wie auch oben bei den eBay Kleinanzeigen genannt, suchen auch hier viele eher in der näheren Umgebung, aber ich habe dennoch schon relativ viele Teile verschickt. Zwar ist bei Shpock eine Registrierung notwendig (die meisten nutzen die App über den Facebook-Account), aber die unverschämten Anfragen kommen trotzdem ab und zu. Bei unzuverlässigen Verkäufern oder Käufern kann man jedoch diesen melden und das Shpock Team ist auch zuverlässig in dieser Hinsicht (auch in 2021 immer noch, großes Lob!). Daher gibt es von mir eine Empfehlung für diese Plattform, auch wenn weder die App noch die Website ganz durchdacht und technisch einwandfrei ist 😉

Facebook Marketplace

Als weitere Plattform bietet sich natürlich Facebook Marketplace. Allerdings habe ich den Eindruck, dass sich inzwischen nur noch merkwürdige Leute dort bewegen. Tatsächlich habe ich vor vielen Jahren noch einige Dinge dort losgeworden, aber meistens keine Kleidung, sondern Haushaltsgegenstände. Komplett von der Plattform zurückgezogen habe ich mich dann, als ich Schuhe von Nike eingestellt hatte und sie mehrmals von Facebook als „Fälschung“ klassifiziert wurden, obwohl sie natürlich echt waren. Facebook bot mir damals auf der Plattform nicht einmal die Möglichkeit, dagegen Widerspruch einzureichen, weshalb ich nach der Erfahrung dann aufgehört habe, den Marketplace zu nutzen.

Zusammenfassung

Natürlich gibt es noch viele weiteren Plattformen (z.B. Vestiaire Collective, Rebelle usw. für Luxus-Marken) und Möglichkeiten (wie der Altkleiderspende), ausgemistete Kleidungsstücke loszuwerden, daher erhebe ich hier auf keinen Fall den Anspruch auf Vollständigkeit. Ebenso spiegeln die Bewertungen und Pro/Contra-Punkte der einzelnen Plattformen nur meine Erfahrungen und meinen Wissensstand wider (zuletzt Juli 2021 aktualisiert). Aus diesem Grund kurz der Disclaimer: Alle Angaben ohne Gewähr! Dennoch möchte ich euch im Folgenden nochmal tabellarisch die Plattformen zum direkten Vergleich anbieten (Achtung, nicht aktualisiert und noch auf dem Stand von 2017!)

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Download des Plattform-Vergleichs hier: Vergleich der Verkaufsplattformen

Ich werde hier auf dem Blog in Kürze noch eine Serie an Blog-Posts zum diesem Thema posten (edit // hier lang »), unter anderem, wie man gute Artikelfotos macht. Also falls ihr Lust und Interesse habt, folgt mir doch einfach! Das geht rechts in der Leiste unter „Folgen“, ihr habt die Wahl zwischen WordPress, Bloglovin‘ oder dem RSS-Feed. Da ich mir sehr viel Mühe gebe und viel Zeit in diese Posts investiere, würde ich mich natürlich sehr freuen, wenn ihr diesen Post teilt 🙂

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