Hilfreiches

Wie macht man gute Produktfotos ? – Teil 1: Das Setup und die Bildkomposition

Was ich in den ganzen Jahren festgestellt habe, ist, dass man alte Sachen online immer am schnellsten los wird, wenn sie zu verkaufenden Sachen auch schön dargestellt sind. Neben der Beschreibung des Artikels gehören auch übersichtliche Produktfotos dazu. Selbstverständlich erwartet man von keinem, dass die Fotos so aussehen wie im einem Online-Shop, aber dennoch sollte man doch den Artikel gut erkennen können.

Um euch meine Erfahrungen mit Produktfotos weiterzugeben, habe ich mich dazu entschlossen, eine kleine Serie an Blogposts zu schreiben, die unterschiedliche Dinge behandeln (die folgende Übersicht wird verlinkt, sobald die Posts erschienen sind):

Ich denke, dass diese kleine Serie fast alles abdeckt, was man wissen sollte. Natürlich bin ich kein Fotograf und richtiger Laie, was Fotografieren angeht, aber ich denke, dass ich da selber schon mal einige Fehler begangen habe, aus denen man lernen kann.

Die Kamera

Man sieht auf den Plattformen, die ich im letzten Post verglichen habe, viele Fotos von Handykameras. Diese sind auch praktisch, weil man sie meistens sehr schnell zur Hand hat und außerdem kann man direkt vom Handy aus die Artikel einstellen, weil die meisten Plattformen auch eine App anbieten.

Ich möchte nicht behaupten, dass man pauschal die Artikel schlechter verkaufen kann, aber man sollte sich immer Gedanken darüber machen, ob man selbst als Käufer einen Artikel so kaufen würde. Da ich ein sehr pingeliger Mensch bin, wenn ich online Klamotten kaufe, setze ich mir auch bei den Sachen, die ich wieder los werden möchte, hohe Ansprüche.

Was meiner Meinung nach zum Beispiel nicht geht, ist, wenn das Bild unscharf ist oder ein fetter Blitz im Spiegel zu sehen ist, in dem sich die Verkäuferin fotografiert (während sie das Kleidungsstück trägt). Ebenso sollte man Enttäuschungen für den Käufer vermeiden, wenn z.B. die Farben auf dem Foto nicht der Realität entsprechen.

Aus diesem Grund rate ich von Handykameras ab, da die Fotos dann eben doch eine geringere Qualität aufweisen und empfindlicher reagieren, wenn die anderen Faktoren, wie zum Beispiel das Umgebungslicht, nicht zu 100% stimmen. Handykameras, so meine Erfahrung, haben oft einen katastrophalen Weißabgleich und verfälschen die Farben sehr oft. Außerdem kann man mit den meisten Handykameras (ja, ich weiß, Ausnahmen existieren) keine Tiefenschärfe erzeugen, falls das erwünscht ist.

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Die Canon EOS 600D mit dem 18-55mm Kit-Objektiv

Ich selber benutze eine Canon EOS 600D, die ich vor etlichen Jahren mal gekauft habe und immer noch ihren Dienst leistet. Einsteiger-Spiegelreflexkameras sind inzwischen sehr günstig (verglichen mit damals ;)) und definitiv eine Investition Wert. Alternativ kann auch auf eine gute Systemkamera zurückgegriffen werden.

Als Objektiv benutze ich das Kit-Objektiv 18-55mm, was zugegebenermaßen nicht so perfekte Bilder macht, aber für Produktfotos in diesem Fall ausreicht. Man muss ja nicht mehr für ein Objektiv ausgeben, als die Kleidung, die zu verkaufen ist, Wert ist – außer natürlich man fotografiert sowieso sonst auch gerne. Ich habe es tatsächlich mit einem Telezoom-Objektiv (Tamron 75-300mm) getestet, um mehr Tiefenschärfe zum Hintergrund zu erzeugen, allerdings reicht mein größtmöglicher Abstand zum Objekt nicht, um die Objekte größer als ne kleine Tasche als Ganzes erfassen zu können. Darüber hinaus fotografiere ich in der Regel vor einer unifarbenen Wand, weshalb die fehlende Tiefenschärfe nicht sehr auffällt.

Die Umgebung

Als ideale Umgebung für Produktfotos eignen sich gut beleuchtete Ecken der Wohnung, ich nehme dafür gerne meinen Balkon. Die Beleuchtung sollte möglichst natürlich sein, außer man hat Studioleuchten, die das natürliche Licht gut imitieren können. Am besten ist ein heller, aber sonnenfreier Tag. Sonnenstrahlen verursachen Farbabweichungen, merkwürdige „Streifen“ auf den Kleidungsstücken und auch einen härteren Schatten, da die Sonnenstrahlen wie Spots wirken. Ein ähnliches Problem besteht mit den meisten Innenbeleuchtungen, zumal man für den Wohnraum gerne sehr warme Weißtöne hat, die für farbechte Fotos ungeeignet sind.

Als Hintergrund eignen sich entweder einfarbige Wände (wahlweise auch Tücher, Foto-Hintergründe etc., solange sie gebügelt sind und nicht zu sehr drapiert aussehen) oder auch einen verschwommenen, farbigen Hintergrund (z.B. Natur). Wenn ich auf der Suche nach einem bestimmten Teil bin, dann finde ich es anstrengend, wenn Bilder nicht dem gleichen Schema folgen. Zum Beispiel kann es sehr schnell chaotisch wirken, wenn unterschiedliche Hintergründe zu sehen sind – oder man in einem chaotischen Zimmer schnell ein Spiegel-Selfie schießt. Auch, wenn das T-Shirt 70% des Bildes einnimmt, wirkt es nicht gut, wenn drumherum ein Wimmelbild aka unaufgeräumtes Zimmer zu sehen ist.

Auf den beiden Beispielbildern habe ich eine kleine Tasche fotografiert vor zwei unterschiedlichen Hintergründen. Einmal mit dem verschwommenen Hintergrund, nämlich dem Garten hinter dem Haus, und einmal mit einem unifarbenen (grauen) Hintergrund, was die Hauswand in diesem Fall ist. Auf beiden Bildern ist das Objekt gut zu sehen, es geht lediglich nur noch darum, dass auch alle Artikel einheitlich fotografiert werden, um den gesamten „Katalog“ (wie es bei Kleiderkreisel heißt) übersichtlich zu halten. Die Fotos wurden übrigens mit dem Tamron 75-300mm Objektiv gemacht. „Leider“ scheint gerade die Sonne, weshalb der Schattenwurf relativ scharfkantig ist. Außerdem ist das Balkongeländer natürlich nicht der optimale Standort, vor allem in Kombination mit Wind…

Die Bildkomposition

Die Bildkomposition bzw. auch die Komposition innerhalb eines Foto-Sets für einen Artikel sind relativ einfach zu beschreiben. Ich nehme an, jeder, der online alte Kleidung verkaufen möchte, hat schon einmal online auch Kleidung gekauft bzw. angeschaut. Faustregel kann zum Beispiel sein, dass man sich den eigenen Lieblings-Online-Shop als Vorbild nimmt und sich von den Produkten dort „abguguckt“, wie z.B. die Umgebung aussieht, ob ein Model die Kleidung trägt oder nicht, welche Posen, welche Detailfotos es gibt.

Bei fast allen Plattformen kann man 5 Bilder oder mehr hochladen (siehe Vergleichstabelle in diesem Blogpost). Daher bietet es sich an, zumindest 3 dieser Fotos für die Front-, Seiten- und Rückansicht zu reservieren. Für die Seitenansicht ist es ratsam – sofern das Licht von der Seite kommt, die Vorderseite, die meistens die interessantere Seite ist, zum Licht hin zu drehen, damit sie besser ausgeleuchtet ist. Die übrigen 2 Fotos dienen bei mir meistens dazu, besondere Details noch einmal hervorzuheben (z.B. Mängel an der Kleidung) oder auch das Etikett (sei es das Etikett am Nacken oder die Materialzusammensetzung). Ein Beispiel anhand einer Bench Jacke habe ich euch hier eingebunden. Mit diesem Foto-Set bin ich relativ zufrieden.

Zusammenfassung

Um gute Produktfotos zu machen, sollte man auf jeden Fall in eine Kamera investieren. Dafür ist keine High-End-Studio-Spiegelreflex mit dem 4000€ Objektiv notwendig, aber etwas mehr als die Handykamera darf es sein. Als Hintergrund kann man wahlweise einen unscharfen Hintergrund wählen oder einen einfarbigen. Wichtiger ist, dass der Hintergrund bei allen Produkten ähnlich ist, um ein einheitliches Bild abzugeben. Auf den meisten Plattformen, wo man alte Kleidung oder Krimskrams verkaufen kann, kann man mindestens 5 Bilder hochladen, davon sollten 3 Front-, Seiten- und Rückansicht sein, um dem potentiellen Käufer ein umfassendes Bild vom Artikel zu geben.

Wie man nun konkrete Dinge am besten fotografiert, kommt in den nächsten Blog-Posts in dieser Serie. Wenn ihr Lust habt, dazu mehr zu erfahren, folgt mir doch einfach über einen der Wege, die rechts in der Sidebar aufgelistet sind. Wenn ihr meinen Blog als hilfreich empfindet, würde ich mich freuen, wenn ihr die Posts auch mit Bekannten teilt, die sich vielleicht auch dafür interessieren.

Das war’s für heute, bis dann!

Zum nächsten Teil: Kleidungsstücke fotografieren »

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2 Kommentare zu „Wie macht man gute Produktfotos ? – Teil 1: Das Setup und die Bildkomposition

  1. Diese Reihe ist wie für mich gemacht und ich werde mir deine Tipps zu Herzen nehmen. Habe mich bevor ich meinen Blog gestartet habe, nie wirklich mit der Fotografie beschäftigt, aber wenn man hübsche Fotos auf anderen Blogs sieht, dann wird auch der eigene Qualitätsanspruch höher 🙂

    Liebe Grüße,
    Isa

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