Hilfreiches

Wie macht man gute Produktfotos ? – Teil 2: Kleidungsstücke fotografieren

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Beispielfotos aus meinem Kleiderkreisel-Katalog

Kommen wir heute zum zweiten Teil meiner Produktfotos-Blogpost-Serie! Es geht heute um das Fotografieren von Kleidungsstücken. Damit meine ich konkret Oberteile, Kleider, Jacken und Mäntel. Das sind alles Dinge, die ich mit Hilfe meiner Schneiderpuppe fotografiere. Wie immer erhebe ich natürlich auch hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit – schließlich liegt es im Auge des Betrachters, was man als schön oder weniger schön empfindet. Der Post fasst nur meine Erfahrungen diesbezüglich zusammen und was ich als gut befinde.

Um euch kurz an die unterschiedlichen Themen dieser Blogpost-Serie zu erinnern, hier nochmal die Übersicht aller Blogposts zum Thema Produktfotos (darauf folgende Teile werden verlinkt, sobald sie erschienen sind):

Heute habe ich tatsächlich nochmal den Mantel / Blazer / Jacken – Teil meines Schrankes aufgeräumt und wieder ein paar Dinge ausgemistet, die nur noch so rumhingen und mir eigentlich nicht mehr passen oder gefallen.

Das Foto-Set

Das Foto-Set, so wie ich es nenne, zeigt deinen Artikel potentiellen Käufer/innen. Da es meistens das einzige optische Mittel ist, den Artikel gut zu präsentieren (bei den wenigsten Plattformen sind auch Videos möglich), ist es wichtig, die Kleidungsstücke adäquat zu fotografieren. Wie bereits im Vergleich der unterschiedlichen Plattformen gezeigt, erlauben die meisten Plattformen mindestens 5 Fotos und diese sollte man auch ausnutzen (es sei denn, der Artikel ist so langweilig und selbsterklärend, was aber meiner Meinung nach nur die wenigsten Kleidungsstücke sind).

Ich fotografiere von Kleidungsstücken meistens immer erstmal Vorder-, Seiten- und Rückansicht, um eine Grundlage zu schaffen, auf der die Besucher sich ein Bild vom Artikel machen können. Darüber hinaus sind dann noch 2 Slots für weitere Fotos frei. In diesen 2 Slots kann man dann weiterführende Fotos reinpacken. Das kann zum Beispiel sein:

  • Ein Detailfoto von einem besonders auffallenden Detail (z.B. Print, Stickerei)
  • Ein Makro-Foto, um das Material zu zeigen (z.B. um die eingearbeiteten Metallfäden zu zeigen)
  • Ein Makro-Foto, um Materialbeschädigungen zu zeigen (z.B. Pilling, Löcher, Flecken, fehlende Strass-Steine)
  • Etiketten, sowohl das im Nacken als auch die Materialzusammensetzung können interessant sein
  • Ein Größenvergleich (vor allem interessant bei Mängel, wie groß z.B. ein Loch ist, indem man eine Münze daneben legt)
  • usw.

Die Liste ist definitiv nicht abgeschlossen und es kommt immer auf den Artikel an, was noch interessant sein könnte. Die Komposition des Foto-Sets kann man auch auf andere Artikel übertragen, sofern es Parallelen gibt.

Ein Foto-Set bei mir besteht meistens aus 3 Hochkant-Fotos (für die unterschiedlich Sichten) sowie Detailfotos im Querformat. In diesem Beispiel habe ich als erstes Detailfoto ein genaueres Foto von den Knöpfen gemacht, auf dem auch die Struktur des Materials zu sehen ist. Das letzte Foto zeigt dann sowohl das Etikett (eher uninteressant bei H&M, aber interessant bei Designermarken) und das gemusterte Innenfutter.

Kleidungsstückhalter

Die Überschrift für diesen Abschnitt ist etwas doof, aber mir ist ehrlich gesagt nichts Besseres eingefallen. Es geht allerdings genau darum, was das Wort aussagt: Es geht darum, wer or was das Kleidungsstück hält, während das Foto gemacht wird.

Ich nutze, wie schon offensichtlich auf den oberen Fotos, eine Schneiderpuppe. Das hat einerseits den Grund, dass ich so ohne Stativ und Fernauslöser alleine die Fotos machen kann und andererseits auch, dass ich nicht vor der Kamera stehen muss. Bei Letzterem fühle ich mich nicht unbedingt wohl und geht auch nicht immer, da ich nunmal auch Sachen habe, die mir zu klein geworden sind und nicht Size Zero bin. Wie soll ich dann das Kleidungsstück vorführen?

Als Alternative zur Schneiderpuppe kann man auch einen Nagel in die Wand hauen und die Kleidungsstücke an Kleiderbügeln fotografieren. Diese Methode habe ich vorher ebenfalls genutzt und es hat sich als praktisch für dünne Oberteile herausgestellt. Dicke Jacken und Mäntel waren dann ein großes Problem, da sie eben zu dick waren für den Nagel. Wer eine Kleiderstange senkrecht zur Wand hat, wäre da besser dran.

Ob man eher auf eine Schneiderpuppe/einen Kleiderbügel zurückgreift oder auf ein Model (Schwester, Freundin usw.) oder sich selbst fotografiert (mit Stativ und Fernauslöser), ist Geschmackssache. Ich denke, dass es keine direkte Auswirkung auf den Verkaufserfolg hat, denn bei allen Varianten können gute und schlechte Fotos herauskommen.

Kleidungsstyling

Es gibt natürlich auch unterschiedliche Methoden, Kleidung zu präsentieren. Man merkt bei vielen Online-Shops (z.B. Zara, Mango), dass die voreingestellte Ansicht immer ein Model ist, das ein komplettes Outfit trägt. Das hat natürlich den Vorteil, dass man direkt Kombinationsvorschläge mitgeliefert bekommt. Nachteil ist allerdings, dass man oft nicht genau weiß, welches Teil auf dem Foto eigentlich verkauft wird – ist es das T-Shirt, der Cardigan oder die Hose?

Da ich in dieser Hinsicht mich weder als Stylistin versuchen möchte noch ein Fan von diesen vorgefertigten Outfits bin (Geschmäcker sind eben verschieden), habe ich mich inzwischen für die sehr saubere Darstellung des Artikel entschieden. Das heißt, dass außer dem Artikel eben nichts im Bild ist (außer der Schneiderpuppe natürlich).

Bei meinem heutigen „Foto-Shooting“ habe ich für euch mal einfache Veränderungen probiert anhand einer sehr schlichten Jacke:

Links seht ihr die Variante, wie ich sie immer nutze: Die Jacke ist einfach „angezogen“ und es wurde nicht viel sonst gemacht. Ich finde, in der Variante kann man die Grundform des Kleidungsstücks am besten erkennen.

In der Mitte ist eine leicht veränderte Variante, indem ich die Ärmel in die Jackentaschen gesteckt und den Kragen hochgeklappt habe. Natürlich kann man die Jacke eben auch so tragen. Sie wirkt dadurch etwas lebendiger, weil es aussieht, als würde jemand die Hände in die Jackentaschen stecken.

Die rechte Variante hat noch einen Schal als Accessoire bekommen. Das ist schon eine kleine Stylingsidee und komplettiert den Look mehr oder weniger. Dadurch hat der Betrachter eine bessere Vorstellung, wie die Jacke getragen aussehen könnte. Ich rate bei dieser Variante auch dazu, in der Beschreibung klar zu machen, was man verkauft – nämlich nur die Jacke und nicht Jacke + Schal in diesem Fall.

Lange Kleidungsstücke fotografieren

Der Mittelpunkt langer Kleidungsstücke wie Kleider oder lange Mäntel ist sehr viel weiter unten als bei kurzen Kleidungsstücken. Bei einem T-Shirt ist es noch annehmbar möglich, aus 1m Entfernung das Foto zu schießen, bei einem langen Objekt würde ich eher 2-3m als Mindestabstand empfehlen, damit die perspektivische Verzerrung vernachlässigbar wird. Optimal wäre es natürlich, wenn man dann noch etwas in die Hocke geht. Im Folgenden zeige ich euch zwei Fotos (wobei das verzerrte natürlich zu Demonstrationszwecken etwas übertrieben wurde):

Das linke Bild ist aus weiterer Entfernung geschossen aus der Hocke heraus. Man hat das Gefühl, dem Mantel direkt gegenüber zu stehen auf der gleichen Höhe. Beim rechten Bild  sieht man zwar auch den Großteil der Jacke, aber der Betrachter ist da auf jeden Fall in einer höhergestellten Position.

Ich hoffe, dass der Post euch ein bisschen weiterhilft und würde mich natürlich wie immer freuen, wenn ihr bei Gefallen diesen Post teilt und mir folgt. 🙂

Das war’s für heute und bis dann!

Zum nächsten Teil: Hosen fotografieren »

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