Hilfreiches

Wie macht man gute Produktfotos ? – Teil 7: Fotos nachbearbeiten

Wuhuu! Wir sind beim letzten Teil dieser Blogpost Serie angekommen! Hier nochmal zur Übersicht, was es alles gab mit allen Links:

Wie ihr seht, haben wir nun das Fotografieren hinter uns gelassen und wenden uns in diesem Post einem anderen Thema zu, nämlich der Nachbearbeitung. Wenn man ganz kleinlich ist, dann gehört dieser Post eigentlich gar nicht in die Blogpost Serie, denn schließlich soll es ja eben um das Fotografieren gehen. Allerdings gehört die Nachbearbeitung für mich einfach dazu, damit am Ende auch ein brauchbares Bild herauskommt, denn egal, wie sehr man sich mit Licht, Drapierung und und und anstrengt, irgendetwas kann man immer verschlimmbessern.

Also los geht’s! Kurz vorweg, ich bin (immer noch, wie in allen anderen Posts) kein professioneller Fotograf oder dergleichen. Meine Bildbearbeitungs-„Skills“, wenn man sie so nennen kann, kommen davon, dass ich mich während meiner Schulzeit sehr viel mit Photoshop etc. rumgeschlagen und viel ausprobiert und gelernt habe. Inzwischen verwende ich eine Kombination aus der Fotos-App von macOS sowie GIMP, da beides kostenlos verfügbar sind und für diese Zwecke ausreichende Qualität liefern.

Fangen wir mit den nicht bearbeiteten, normal geschossenen (nicht im RAW-Format) Fotos an:

Wie ihr seht, habe ich euch drei Beispiele herausgesucht: Einmal ein Kleidungsstück an der Schneiderpuppe, einmal Schuhe auf einem Tisch und einmal der Tisch selber. Alle drei Fotos sind relativ dunkel und haben auch einen Farbstich, da ich sie nicht bei optimalen Wetter gemacht habe. Je nachdem, wann ihr am Tag fotografiert, kann der Farbstich variieren, meistens lässt dieser sich nur schwer vermeiden mit echtem Tageslicht.

Zuschneiden und Begradigen

Der erste Schritt, den ich immer mache, ist, die Fotos in die Fotos-App (unter macOS) zu importieren und mit den eingebauten Funktionen schon mal zu begradigen und so zuzuschneiden, dass das Objekt in der Mitte ist. Diese beiden Funktionen finde ich in der Fotos App besonders einfach verwendbar, daher „bereite“ ich die Fotos für die spätere Bearbeitung schon einmal vor.

Bildschirmfoto 2017-08-21 um 18.57.54

Das Bild mit den Schuhen zum Beispiel enthält die Kante des Tisches, die genau horizontal sein sollte. Auf dem Originalfoto ist diese „Horizontlinie“ etwas schief und die Schuhe sind außerdem nicht mittig auf dem Foto. Das habe ich erst einmal korrigiert (links original, rechts begradigt und zugeschnitten):

Farbtuning

Nachdem alle Bilder schon begradigt und zugeschnitten sind, exportiere ich diese aus Fotos (Fotos auswählen > Ablage > Exportieren… > x Fotos exportieren…) und öffne sie in GIMP.  In GIMP benutze ich hauptsächlich eine Kombination aus dem „Kurven“-Tool sowie „Farbton/Sättigung“. Auf den Screenshots habe ich die beiden Dialoge jeweils mit Cmd+M und Cmd+U belegt, das ist kein Standard bei GIMP. Allerdings sind diese Shortcuts bei Photoshop standardmäßig drin, weshalb ich GIMP da etwas angleichen wollte, um mich nicht umgewöhnen zu müssen. Generell sind Shortcuts immer eine sehr gute Sache bei der Bildbearbeitung.

Im „Kurven“-Dialog sehr ihr in der Mitte ein großes Feld mit einer Diagonalen, woran ihr ziehen könnt. Dabei sind entlang der horizontalen Achse links die Schatten, in der Mitte die Mitteltöne und rechts die Glanzlichter. An der vertikalen Achse sehr ihr ebenfalls einen Farbverlauf neben der Achse. Man kann grob die Kurve als eine Funktion f(x) so lesen, dass der Farbpunkt, der vorher eine Helligkeit x hat, danach die Helligkeit y = f(x) bekommt. Folglich wird das Bild „heller“, wenn ihr an der Kurve nach oben sieht (ein Dunkelgrau vorher wird z.B. zu einem Hellgrau usw.) und entsprechend dunkler, wenn ihr die Kurve nach unten zieht.

Im Dropdown unter der Kurve sehr ihr als Voreinstellung in der Regel die Einstellung „Weich“. Das heißt, dass wenn ihr mehrmals an der Kurve ansetzt, dann entstehen mehrere Punkte, durch diese die Kurve interpoliert wird. Ansonsten würde die Kurve zackig verlaufen und ein entsprechend unharmonisches Bild liefern.

Das Dropdown oberhalb der Kurve steht initial auf dem Eintrag „Wert“. Wenn ihr Farbraumlehre mal irgendwo gelernt habt, könnt ihr vielleicht verstehen, was der Wert ist, aber sehr abstrakt kann man hier von der Helligkeit sprechen. In diesem Dropdown kann man noch weitere Einträge auswählen, nämlich Rot, Grün und Blau, die Farben vom RGB-Farbraum. Da wir die Fotos digital verwenden, haben sie auch das RGB-Profil und wir verwenden für unseren Zweck auch nur dieses Profil, da ich nicht die Absicht habe, das Foto zu drucken. Wenn man einen anderen Eintrag als „Wert“ wählt, erscheinen jeweils weitere Kurven im Diagramm, jeweils in der entsprechenden Farbe.  Mit den Farbkurven lassen sich super leicht Farbstiche entfernen, indem man die entsprechende Farbe etwas niedriger zieht.

Ein Beispiel für eine Kurveneinstellung:

Bildschirmfoto 2017-08-21 um 19.05.46

Wie ihr seht, habe ich hier die „Wert“-Kurve stärker hoch gezogen im dunklen Bereich, um den sehr sehr dunklen Hintergrund hinter dem Tisch etwas heller zu machen. Ebenfalls habe ich Grün aus dem Bild genommen, damit der Holzboden weniger gelblich erscheint und gleichzeitig auch noch rot dazugegeben. Blau ist ebenfalls im hellen Bereich vorhanden, damit die hellen Bereiche des Bildes (hier die untere Hälfte der Tischplatte) nicht zu warmrosa werden, denn das Foto sollte möglichst der Realität entsprechen.

Sollte beim Justieren der Farben etwas an Sättigung verlorengehen, füge ich sie nochmal über den „Farbton / Sättigung“-Dialog hinzu und wiederhole meistens die Bearbeitung durch die beiden Fenster mehrmals, bis ich auf ein Ergebnis komme, das für mich gut aussieht.

Vorher / Nachher

Nun habe ich anfangs drei Bilder gezeigt, die alle nicht optimal waren. Hier sind meine Bearbeitungen der Bilder, die meiner Meinung nach viel ansehnlicher geworden sind:

Ich wiederhole hier nochmal, dass ich natürlich kein Superprofi bin, was die Bild-Nachbearbeitung angeht. Daher hier nur mein Vorgehen, damit ihr einen Einstiegspunkt habt! Falls ihr noch Tricks auf Lager habt, schreibt sie mir gerne in die Kommentare, man lernt ja schließlich nie aus! 🙂

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