Welches Zelt für den Urlaub?

Da wir uns für die kommende Norwegen-Reise zum allerersten Mal für das Camping entschieden haben, brauchen wir ein Zelt. Die nächste Anlaufstelle war Decathlon. Laut diversen Recherchen sind deren Zelte gar nicht mal so übel, aber letztendlich haben wir nun auch ein Zelt, das nicht das allerbilligste ist. Hoffentlich hält es die geplanten zwei Wochen aus und wir müssen nicht spontan umplanen.

Decathlon bietet wahnsinning viele Zelte an, daher haben wir mehrmals die Filiale in Baden-Baden angesteuert, da die beiden in Karlsruhe leider eher „Innenstadtgröße“ haben und nicht viel Platz haben, um alle Zelte auszustellen. Uns war da wichtig, die Zelte auch mal vorher zu erleben, bevor wir uns für eins entscheiden.

Nach laaaanger Überlegung und vielen Recherche Sessions (und Review-Videos) haben wir uns nun für das 2 Seconds 2 XL Modell entschieden, das heißt: Es ist ein Wurfzelt („2 Seconds“), für zwei Personen ausgelegt („2“) und ist das vergrößerte Modell („XL“), das nicht nur mehr Innenraum bietet (1,45m statt 1,20m Breite), sondern auch einen Vorraum, wo man z.B. Schuhe unterbringen kann.

Wieso wir uns für dieses Model entschieden haben und was wir uns sonst noch angeschaut haben, würde ich euch gerne in diesem Beitrag erklären. Vielleicht hilft es euch ja auch, wenn ihr in einer ähnlichen Situation seid.

Die Kandidaten.

Zur Debatte standen für uns die folgenden Zelte (Preise Stand Juli 2021):

Die Zelte gibt es meistens mit der Fresh & Black Ausführung oder ohne. Ebenso gibt es auch einige, normale 2-Personen-Varianten mit 1,20m Breite, aber uns war dann doch eine Mindestbreite von 1,40m wichtig. Alles drunter klingt für uns einfach zu eng für zwei Personen.

„Fresh & Black“ vs. „Normal“?

Wir haben uns bereits sehr früh dazu entschieden, dass es für uns die Fresh & Black Version sein sollte. Zwar werden es im September in Norwegen kaum wärmer als 15 Grad, aber hoffentlich hält das Zelt ja auch über diesen Urlaub hinaus und in der Regel geht man ja im wärmeren Sommer campen. Da wir nicht vor hatten, viel Zeit in diesem Zelt zu verbringen, ist es auch nicht so wichtig, dass es tagsüber auch stockdunkel ist.

Wurfzelt / Faltzelt / Trekkingzelt / Stangenzelt?

Unsere erste Wahl war eigentlich direkt das Wurfzelt. Es ist sehr schnell aufzubauen, da es einfach „wie von selbst“ aufpoppt, wie diese Sonnenblenden für im Auto, die man früher viel benutzt hatte. Nachteil bei diesen Modellen ist die sehr runde Form, wodurch die Zeltwände einem eher auf den Kopf fallen und auch das Dach meistens relativ niedrig ist (teilweise nur ca. 1m, bei Stangenzelten oft 1,15m oder mehr). Der Abbau ist auch relativ einfach, benötigt aber je nach Zeltgröße auch etwas Kraft und man hat das Gefühl, das Zelt dabei zu zerstören. Was uns am Wurfzelt stört: Das Packmaß als riesengroße, dicke „Scheibe“. Es nimmt schon viel Platz weg und ist in kleineren Autos wahrscheinlich auch problematisch, in den Kofferraum zu bekommen.

Dann haben wir drinnen im Laden das Faltzelt gesehen. Im Prinzip besteht das gesamte Gestänge des Zeltes aus zwei Regenschirmmechanismen, die einfach aufgezogen und wieder gelöst werden können. Damit sind Auf- und Abbau ähnlich einfach wie beim Wurfzelt. Vorteil gegenüber dem Wurfzelt sind die steileren Wände und das höhere Dach, wodurch der Innenraum sich größer anfühlt. Das Packmaß ist eine kompressierte Rolle. Bei Decathlon gehört diese Technik allerdings zu den neusten und ist daher nicht allzu Langzeit-erprobt.

Als Alternativen haben wir uns auch Trekkingzelte und Stangenzelte angeschaut. Trekkingzelte sind besonders leicht, was wir eventuell auch mal zu einer mehrtägigen Wanderung mitnehmen könnten. Ob wir das aber jemals tun, die ist andere Frage. Für einen schnelleren Aufbau sind Innen- und Außenzelt schon miteinander verbunden, sodass für uns der Aufbau auch etwas leichter aussieht als beim klassischen Stangenzelt. Das klassische Stangenzelt ist im Prinzip wie jedes andere Zelt… Innenzelt, Außenzelt und Gestänge, das man zusammensteckt. Beide Varianten haben ein quader- bzw. rollenförmiges Packmaß.

Letztendlich war es für uns eine Entscheidung zwischen Wurf- und Faltzelt, da der Aufbau mit Stangen uns doch eher umständlich erschien. Gerade das Argument, dass man das Zelt ggf. bei Regen auch schnell und trocken aufstellen wollen würde, hat gegen die Stangenzelt-Variante gesprochen. Die Trekkingzelte könnten wahrscheinlich trocken bleiben durch den vereinfachten Aufbau, aber der Preis war uns doch zu teuer. Außerdem hätten wir noch einige Kilometer nach Frankreich hinein nach Haguenau fahren müssen, um überhaupt an so ein Trekkingzelt zu kommen.

Wie groß darf es sein?

Grundsätzlich haben wir festgestellt, dass die 2-Personen-Zelte meistens ca. 1,20m breit sind, die 3-Personen ca. 1,80m breit und die größeren Versionen („XL“) ca. 1,40m bzw. 2,10m. Die Längen der Schlafkabinen sind nahezu alle identisch bei ca. 2,10m.

Unter diesen Maßen haben wir die 1,40-1,80m breiten Schlafkabinen als die passenden auserkoren, da sie kein übermäßig riesiges Zelt verursachen, aber trotzdem benutzbar bleiben. Auch, wenn viele sagen, dass die 1,40m (oder 1,45m) nicht für zwei Personen ausreichen: Unsere Liegetests waren doch positiv! Daher lohnt es sich da auf jeden Fall, mal die Zelte in echt und aufgebaut zu sehen! Natürlich passt neben den Schlafplätzen dann nicht mehr viel Gepäck rein bei 1,40m, aber davon muss bei uns auch nicht allzu viel mit in das Zelt, da wir mit dem Auto reisen und das Meiste auch dort verbleiben kann.

Mit dieser Einschränkung haben wir nun weiterhin die Auswahl zwischen drei Zelten: Die beiden Wurfzelte für 2 Personen in XL (1,45m breit), das 2 Personen Faltzelt (1,45cm breit) und das 3 Personen Wurfzelt (1,80m breit). Man muss dazu auch anmerken, dass das Faltzelt zwar gleich breit ist wie das Wurfzelt, aber dafür nur winzige Apsiden an den Seiten hat statt des Vorzelts, wo natürlich deutlich mehr reinpasst.

Die Unterscheidung in der inneren Auswahl.

Die oben genannten, drei Zelte sind trotz der „inneren Auswahl“ doch sehr unterschiedlich. Daher sind wir nochmal nach Baden-Baden gefahren, um die Zelte auch wirklich nochmal im Detail anzuschauen.

  • Wie fühlt sich das Liegen an, gibt es da Unterschiede?
  • Wie ist die Lüftung dieser Zelte?
  • Wie ist die Innenausstattung? Taschen? Leinen?

Das Faltzelt 2 Seconds Easy 2: Das Faltzelt ist als Erstes ausgeschieden, da der Innenraum trotz der gleichen Maße wie das 2XL (1,45 x 2,10m) sich kleiner angefühlt hatte, trotz der senkrechteren Wände. Darüber hinaus hat das Faltzelt nur die kleinen Apsiden, die maximal für jeweils ein Paar Schuhe reichen. Eine Bodenplane haben diese auch nicht. Das größte Manko war aber die einzige, steuerbare Belüftungsmöglichkeit: Indem man beide, gegenüber liegenden Türen des Außenzelts öffnet und die Innentüren geschlossen lässt (da ist ein Mückennetz drin). Das ist aber absolut nicht wetterfest dann. Sprich: Keine extra Lüftung möglich, wenn es regnet.

Das Wurfzelt 2 Seconds 3: Das normale 3-Personen-Zelt der Wurfzelte hat uns online am besten gefallen. Denn es ist nicht nur mit 1,80m der breiteste Kandidat, sondern hat auch viele Öffnungen zur Belüftung. Neben den Seitenfenstern, die einigermaßen regengeschützt sind durch das Aufspannen von Segeln im Außenzelt, gibt es hinten noch ein großes „Fenster“ mit Netzeinsatz. In der Werbung wird es so beworben, dass man einfach von innen das Außenzelt hinten hochziehen und herablassen kann. Schuhe könnte man in den 15cm breiten Zwischenraum zwischen Innen- und Außenzelt am Eingang auch abstellen, wenn auch nur knapp.

Was dieses Zelt allerdings aus dem Rennen geworfen hatte, waren zwei Faktoren: Erstens, das rückseitige Hochziehen des Außenzeltes ist nur möglich, wenn man hinten das Außenzelt von zwei Heringen befreit. Die Schlaufen sind zwar extra aus einem elastischen Material, sodass man vermutlich das machen kann, ohne die Heringe aus dem Boden zu ziehen, aber praktisch ist dieser „Umbau“ nicht. Daher ist die Verwendung dieses Fensters durchaus schwierig – oder, wir haben irgendwas übersehen. Das zweite Problem sind die Seitenfenster. Das ist zwar nett, dass diese durch aufgespannte Segeln vor Regen geschützt sind, aber die Fenster kann man nur öffnen oder schließen. Da gibt es keine Möglichkeit, an den Stellen auch noch ein Mückennetz zu haben. Dadurch könnten, gerade in dieser Bodennähe, doch Einiges in den Innenraum kommen, was man nicht dort haben möchte.

Das Wurfzelt 2 Seconds 2 XL: Der letzte Kandidat in der Runde war dann das Kompromiss-Zelt. Wir hatten festgestellt, dass man schlichtweg nicht alles haben kann. Das 2 XL hat zwar auch nur 1,45m Breite, wirkte aber ausreichend groß auf uns. Durch die „XL“-Version hat das Zelt auch ein geräumiges Vorzelt (teils mit Bodenplane), wo man definitiv mehr als nur Schuhe unterbringen kann und dort auch im Trockenen zum Beispiel sich die Schuhe anziehen kann. Die Seitenfenster hat dieses Zelt ebenfalls, ähnlich wie das 3 (ohne XL), aber mit dem Unterschied, dass hier zwei Reißverschlüsse sind. Dann ist es nicht nur offen/zu, sondern offen/mit Netz/zu. Dafür verzichtet man auf das gesamte „Fenster“ auf der Rückseite, wieso auch immer dieses bei den XL-Modellen nicht existiert.

Fazit.

Am Ende des Tages haben wir uns nun das Decathlon 2 Seconds Fresh & Black 2 XL Wurfzelt gekauft. Was uns besonders gefällt, sind der Aufbau des Zeltes, die Lüftungsklappen und die Tatsache, dass es ein Vorzelt gibt. Abstriche mussten wir vor allem bei der Breite des Zeltes machen (so 15cm mehr wären schon gut) sowie beim Packmaß. Diese riesige Scheibe könnte bei der Reise schon Probleme beim Verstauen machen ist dadurch auch definitiv nicht Trekking-fähig, obwohl es mit 4,3kg eigentlich nur wenig schwerer ist als das Trekking-Zelt. Nichtsdestotrotz haben wir das Zelt nun gekauft und werden es nun mal ausprobieren. Wie das klappt, werden wir berichten.

Wir planen den Urlaub 2021.

2020 war ein schwieriges Jahr für Urlaub. 2021 wurde nicht besser. Aber so langsam tastet man sich vorsichtig doch wieder an das Thema Sommerurlaub. Irgendwann will man ja auch mal raus aus der Alltagsroutine.

Reisezeitraum. Auch, wenn sich die meisten demnächst in den Sommerurlaub verabschieden, da die Sommerferien heute in Baden-Württemberg angefangen haben, ist unser Zeitraum erst Mitte September. Für August war mein Kalender einfach zu voll. Eingeplant sind zwei Wochen, also mit den Wochenenden drum herum 16 Tage mit ein bis zwei Tagen Spielraum.

Reiseziel. Da die Planbarkeit immer noch ausgesprochen schlecht ist und die Situation sich jederzeit ändern kann, haben wir uns schnell entschieden, dass es eine Autoreise werden wird. Auch, wenn meine aktuell präferierten Ziele eher New York City or Seoul sind, die Einreisebeschränkungen lassen es nicht zu. Europa dagegen ist relativ offen, wenn man vollständig geimpft sind. Darüber hinaus stellt diese Option auch die günstigste Alternative da.

Unterkünfte. Idealerweise einigermaßen bezahlbare Hotels mit guter Bewertung und eigenem Badezimmer. Und Parkplatz. Wenn es eins gibt, was ich nicht ausstehen kann, ist die Parkplatzsuche.

Letztendlich kamen wir zu dem Schluss, dass wir dieses Jahr vielleicht eine Skandinavien-Reise machen könnten. Gerade Norwegen steht schon lange auf meiner To-Do-Liste und außerdem ist es dort auch nicht so warm. Perfekt für mich als Wintermensch.

Die erste Route.

Wir fahren hoch bis Rostock, dann mit der Fähre nach Gedser, über Kopenhagen nach Stockholm und Göteborg und dann über Oslo an die Westküste Südnorwegens. Am Ende dann einmal längs durch Dänemark und Deutschland wieder zurück. Fahrtzeit ca. 66 Stunden, knapp 5.000 km. Diese Route haben wir allerdings dann verworfen, weil einfach viel zu wenig Zeit für das landschaftlich schönste Land Norwegen bleibt und die Route sehr viel Großstadt enthielt.

Die zweite Route.

Großstädte, gerade in Skandinavien, scheinen ganz stark etwas gegen Autos zu haben. Ist ja an sich fortschrittlich, aber das macht die Hotelsuche extrem schwer. Auch nahegelegene Parkhäuser und das Parken an der Straße sind nicht nur teuer, sondern haben auch nur kleine Parkplätze. Daher haben wir uns zunächst dazu entschieden, Stockholm aus der Route zu entfernen, da es doch nochmal einen größeren Umweg verursacht. Am Ende sparen wir dadurch aber immer noch nicht ausreichend Zeit, um wirklich länger als einen Tag an einem Ort zu bleiben.

Die dritte (und aktuelle) Route.

Schweren Herzens haben wir uns nun dazu entschieden, tatsächlich alle Großstädte großzügig aus der Route zu kicken. Diese kommen wohl irgendwann mal später. Immerhin liegt Kopenhagen ja auf dem Weg, sollten wir uns irgendwann Richtung Stockholm (und vielleicht auch Finnland?) bewegen. Also werden wir versuchen, möglichst wenig Zeit auf der Fahrt gen Norden zu verbringen. So können wir in Ruhe in Norwegen die zahlreichen Orte auch genießen, statt permanent im Auto zu sitzen und von A nach B zu hetzen.

Wo schlafen?

Wir stellen eigentlich keine hohen Ansprüche an Unterkünfte, solange es einigermaßen ordentlich ist und man dort einigermaßen schlafen kann. Konkret heißt das: Auf Booking eine Bewertung von 8+ und das Ganze dann nach dem niedrigsten Preis sortieren. Fast nie sind wir in Unterkünften, die Sterne tragen und sind auch schon hin und wieder mal in fragwürdigen „Hotels“ untergekommen. Hotel Cecil hatten wir aber glücklicherweise noch nie dabei.

Dieses Mal gestaltet sich das Ganze doch etwas schwieriger in Norwegen. Erstens gibt es wirklich wenige Hotels und auch nicht so viele AirBnBs. Vielleicht bin ich auch einfach nur untalentiert. Natürlich ist es, wie alles in Norwegen, nicht ganz günstig. Wohnwagen kommt nicht in Frage, da wir so etwas nicht besitzen und auch eine Miete extrem teuer wird, im Gegensatz zum Auto, das schon da ist. Also haben wir uns tatsächlich für das Camping entschieden, was äußerst ungewöhnlich für mich ist. Ich war im Leben noch nie in einem Camping-Urlaub und habe genau zwei Nächte in einem Zelt verbracht. Aber genau das wird nun das Abenteuer: Welches Zelt? Welches Equipment? Worauf muss man so achten?

Das alles ist für mich, neben der Tatsache, dass ich zum allerersten Mal in irgendein skandinavisches Land reise, einfach neu und erfordert wahnsinnig viel Recherche und Planungsarbeit. Denn ich bin jemand, der nur ungerne Dinge dem Zufall überlasst.

Während meiner bisherigen Recherche bin ich auch so viele tolle Blogs und Videos von anderen Reisenden gestoßen, wo ich mir fleißig meine Notizen gemacht habe. Deswegen würde ich euch gerne mit auf die Reise nehmen, von der Planung bis zum Fazit. Das Ziel ist nur der Anfang.

(P.S.: Das Beitragsbild ist natürlich nicht Norwegen! Es zeigt den Königssee und stammt aus unserem letzten Urlaub im September 2020)