LinkedIn ist nicht besser als Instagram.

Es ist wieder so wahnsinnig viel Zeit vergangen seit meinem letzten Post und ehrlich gesagt habe ich die gesamte Blog-Geschichte mal ruhen lassen.

Wieso schreibe ich ausgerechnet heute wieder?

Ganz einfach. Ich habe gerade ein wenig LinkedIn durchgeschaut und hatte dabei nur einen einzigen Gedanken: Was interessiert mich das? Was interessiert mich eigentlich, dass Person A auf irgendeinem Event war, die andere Person B mit irgendwelchen Kunden „fruitful discussions“ hatte oder Person C die Firmenkultur seines Arbeitgebers ach so sehr schätzt? (Schleimer!)

Da fiel mir doch direkt die Arte Doku ein, die ich gestern angefangen hatte zu schauen: Instagram, das toxische Netzwerk. Und jedes Wort, was dort gesprochen wird, trifft eins zu eins auch auf LinkedIn zu.

Es ist ein Netzwerk voller Menschen, die nach außen ein Bild zeigen, was nicht der Realität entspricht. Nein, nicht jedes Event ist sooooo toll und nicht jede Konversation mit [wichtige Personen A-B-C] (natürlich getaggt und so, damit ein falscher, begeisterter Kommentar zurückkommt) super produktiv und inspirierend. Nein, der letzte Job, das letzte Projekt, die letzte innere Eingebung, es ist nicht alles Weltklasse.

Leute teilen „Weisheiten“ und „Learnings“, gespickt mit professionellen Fotos von sich selbst (von wem sonst?), die ehrlich gesagt keinem etwas bringen, außer, dass der Autor den Narzissten in sich befriedigen kann und vielleicht irgendwann mal Influencer werden und ihre „Weisheiten“ gleich noch als Buch vermarkten zu können.

Aber was macht das mit dem 0-8-15 Nicht-Influencer Influenceable Konsumenten?

Basierend auf meinem persönlichen Erlebnis: Exakt das Gleiche wie bei Instagram & Co. Es erzeugt FOMO, fear of missing out. Anstatt mit dem status quo zufrieden zu sein im Leben, im Alltag und im Job, sieht man nur, dass andere (im gleichen Alter) machen. Was andere haben. Was andere tun. Und was man selber „verpasst“.

Bei Instagram mag es das der perfekte Body sein, Urlaub auf Bora Bora oder ein Kleiderschrank voller Chanel Taschen. Bei LinkedIn ist es der Job bei Firma XY, die Teilnahme an dem und dem wichtigen Event (wieso waren die Kollegen eingeladen und ich nicht?!) oder einfach, weil der Studienkollege schon Director/Partner bei [Beratungsunternehmen XY&Z] ist und man selber gefühlt rumdümpelt.

FOMO ist wahnsinnig toxisch, aber so sehr ich mich darüber beschwere, bin ich doch Opfer und Täter zugleich in dieser Geschichte. Auch ich bin bei Insta und bei LinkedIn. Auch ich habe gepflegte Profile, teile Fotos von meinem Urlaub (auf Insta, nicht auf LinkedIn – so manch andere müssen das auch noch lernen!!) und ja, bei meinem letzten Jobwechsel vor zwei Monaten habe ich mich auch zu einem Post auf LinkedIn verleiten lassen. Aber auch ich bin immer wieder niedergeschlagen, wenn ich die Beiträge der anderen konsumiere.

Wie man davon weg kommt?

Eine radikale Lösung: App zu und weg damit. Aber das ist nicht für alle praktikabel und ich habe auch nicht die Selbstdisziplin dafür. Für mich persönlich habe ich festgestellt, dass es mir hilft, als Pendant zur Fake-Welt auch mal Echt-Welt-Dokus und -Reportagen zu konsumieren, die auch mal eine weniger glitzer-glänzende Realität abbilden. Dann realisiert man, dass die eigenen Probleme und Sorgen eigentlich extreme Luxusprobleme sind und die nicht gestillten Bedürfnisse eine Tannenbaumspitze auf der Maslow’schen Pyramide darstellen. Die Frage ist immer nur, welche Referenzpunkte zur Bewertung des eigenen Lebens genommen werden und ob diese echt sind.

Aber für alle, die die notwendige Selbstdisziplin mitbringen, gibt es eine noch effektivere, radikalere Lösung als App zu: Hier klicken und das hier auswählen 🙂

So. Mittagspause zu Ende und genug ausgelassen. Zurück zur eigentlich tollen, aber im LinkedIn-Vergleich öden Arbeit 😉 Bald ist Wochenende!

Relaunch.

Fast vier Jahre ist es her, seit ich den letzten Beitrag auf diesem Blog geschrieben habe. Vier Jahre, in denen wahnsinnig viel passiert ist. Hier mal ein kurzer Recap.

2017 hatte ich meinen ersten, richtigen Job angefangen nach dem Studium. Naja, was heißt „richtiger Job“. Es war eine Doktorandenstelle, also irgendwie immer noch halb Studentin. Nach meinem letzten Beitrag im September 2017 war ich noch im Urlaub in 2017 – Israel, ein wunderschönes Land. Aber dazu vielleicht später mal mehr.

2018 ging die Welt einfach weiter. Ein weiterer, schöner Urlaub auf Sizilien, per Roadtrip die Insel fast umrundet. Gut, ist ja auch keine super große Insel. Fotobeweise kann ich irgendwann auch mal nachliefern. Ende 2018 bin ich dann in meine aktuelle Wohnung umgezogen. Etwas näher zur Arbeit und 2,5 mal so groß wie meine vorherige. Von einem Zimmer zu drei Zimmern. Heißt: Jeden zweiten Tag beim schwedischen Möbelhaus gewesen und soooo viel Kram angeschleppt, sodass die knapp 100 Quadratmeter nun auch voll sind. Viel zu voll, aus der heutigen Sicht.

2019 waren Tiefs und Hochs so nah beieinander wie bisher fast nie in meinem Leben. Anfang 2019 war eine große Umstrukturierung bei meinem Arbeitgeber. Mein Team war weg, ich saß wortwörtlich alleine auf dem gesamten Flur. Ich wusste, irgendwas musste sich ändern. Es hat wundersamer Weise alles gut geklappt und ich bin zu einem Vollzeitjob gewechselt, die Promotion muss nun halt in der Freizeit geschafft werden, irgendwann. 2019 waren wir auf Korfu im Urlaub, weil Ryanair saubillige Tickets angeboten hatte. So spontan landet man in Griechenland.

2020 fing auch noch gut an. Im Februar und März haben wir noch die Westküsten-Großstädte der USA und Kanadas abgeklappert: Seattle, Vancouver, San Francisco und per Highway 1 runter nach LA. Doch 10 Tage nach der Rückreise kam auch schon der erste Lockdown. Auch, wenn der Sommer 2020 doch relativ normale Züge wieder angenommen hatte, hat man heute nun rückblickend doch das Gefühl, dass sich seit März 2020 die Welt in einer Routine-Schleife gefangen hatte: Bett – Arbeitszimmer – Küche – Arbeitszimmer – Küche – Bett.

Nun sind wir bei Ende Juli 2021 angekommen, so langsam ist gefühlt jeder fertig geimpft, aber die Welt scheint immer noch am Untergang zu sein. Planbar ist nichts und trotzdem planen alle, vor allem Urlaub.

Genau in diesem Schritt sind wir gerade auch. Ich habe das Gefühl, in diesem Prozess so viel zu lernen und möchte ich das auch für andere einmal im Internet festhalten. Oder für mich selbst, wenn ich in 10 Jahren die gleiche Reise nochmal starten möchte. Und deswegen: Relaunch.

Here we go again

Um dem Ganzen einen Anfang zu geben, schreibe ich hier nun tatsächlich ein „Eingangspost“, damit der Blog nicht direkt mit bäääm Inhalt anfängt! Nun, wozu habe ich schon wieder einen Blog? Werde ich ihn fortführen? Wie lange dieses Mal?

Ich fange diesmal den Blog nicht mit dem gleichen Vorhaben wie früher an. Früher war der Blog irgendwie ein Ich-Will-Einfach-Meinen-Senf-Zu-Allem-Geben. Diesmal starte ich diesen Blog mit einer ganzen Serie an Inhalt, der mir in den letzten Tagen durch den Kopf gegangen ist. Ich denke, dass der Inhalt interessant sein wird für viele Leute und tatsächlich habe ich zu dem Thema noch nicht sehr viel Ähnliches gefunden. Lasst euch überraschen.

Ebenso starte ich wieder einen deutschsprachigen Blog. Das hat natürlich hauptsächlich den Grund, dass es keinen Sinn macht, bei vielen Themen den Blog zwanghaft zu internationalisieren, da z.B. die meisten Produkte gar nicht oder nur sehr schwer verfügbar sind in anderen Regionen. Deswegen würde es gar keinen Sinn machen, Reviews zu diesen Produkten zu schreiben oder mit den Produkten zu arbeiten.

Nun, was erwartet euch in diesem Blog? Im Gegensatz zu früheren Blogs möchte ich nicht aus jedem zweiten Post einen Haul-Post (also, was ich alles geshoppt habe) machen, auch wenn ich fast andauernd am Shoppen bin. Es wird etwas technischer, vielleicht auch nerdiger, aber doch mit der notwendigen Prise Mädchenhaftigkeit. Reviews, Hauls, Tutorials oder einfache OOTDs. Alles Mögliche eben. Zu allen möglichen Dingen des Lebens.

Ich freue mich auf die nächsten Post und bis dann!